Porsche würdigt 50 Jahre Transaxle
- Auftakt im Porsche Museum präsentiert sich im Vibe der 1980er-Jahre
- Zahlreiche Pop-up Installationen weit über Zuffenhausen hinaus
Unter dem Titel „Forever Young. Celebrating Transaxle“ würdigt das Team Porsche Heritage und Museum 50 Jahre Transaxle mit wechselnden Pop-ups und verschiedenen Perspektiven. Der Fokus liegt dabei auf dem Zeitgeist der 1980er-Jahre und auf der Mischung aus Technik, Design und Motorsport, die diese Ära geprägt hat.
Ein halbes Jahrhundert ist es her, dass Porsche eine Sportwagen-Architektur in Serie brachte, die bis heute für ein anderes Verständnis von Balance steht: Transaxle. 2026 blickt Porsche auf 50 Jahre Transaxle zurück. Dabei blickt der Sportwagenhersteller auf die gesamte Ära, in der fast 400.000 Fahrzeuge verkauft wurden: 1976 bis 1995, getragen von den vier Typen 924, 928, 944 und 968. Dieses Kapitel bildet den Anlass für das Themenjahr „Forever Young. Celebrating Transaxle“, das bewusst anders funktioniert als eine klassische Sonderausstellung. „Wir haben eine Serie von Pop-ups über den Jahresverlauf geplant: kompakt, variabel, mit wechselnden Perspektiven auf Technik, Design, Motorsport und Zeitgeist“, sagt Iris Haker, Kuratorin im Porsche Museum. „Ein Format, das mit unterschiedlichen Erzählwinkeln überraschen wird, nicht nur in Zuffenhausen, sondern auch an ausgewählten Orten darüber hinaus.“ Den Auftakt bildet die Inszenierung im Porsche Museum, die bis zum 7. Juni 2026 zu sehen ist.
Die Transaxle-Geschichte beginnt in den 1970er-Jahren, ihre stärkste Phase liegt jedoch im darauffolgenden Jahrzehnt. In den 1980er-Jahren wird das Konzept sichtbar und erfolgreich. Dieses Jahrzehnt bildet die stärkste zeitliche Schnittmenge der Transaxle-Geschichte – technologisch, gestalterisch und in der öffentlichen Wahrnehmung. Der 944 trifft mit seiner Positionierung und seinem Charakter den Nerv vieler Kunden, die Modellfamilie wächst. Transaxle wird in dieser Zeit zu mehr als einer technischen Lösung. Es wird zum Porsche-Gefühl einer ganzen Generation.
Auch kulturell passen die 1980er-Jahre gut zu den Transaxle-Modellen. Die Welt wirkt in dieser Dekade aufgeladen von technischer Zuversicht und visuellen Kontrasten. Pop- und Filmkultur machen Sportwagen zum Lifestyle-Thema, gleichzeitig werden Videospiele und digitale Medien immer populärer. Die Atmosphäre zwischen Neonlicht, Aufbruch und Individualität gibt den Transaxle-Modellen eine Bühne. Mit dem Prinzip Transaxle unterstreicht Porsche, dass Identität auch aus dem Mut zur Veränderung erwächst. Dieser besondere Zeitgeist wird bei den Pop-ups aufgegriffen.
Für eine gute Balance
„Transaxle“ steht bei Porsche für ein Layout, das das fahrdynamische Ziel der Ausgewogenheit verfolgt: Der Motor sitzt vorn, die Getriebeeinheit an der Hinterachse. Beide Baugruppen sind über eine Antriebswelle im Tragrohr gekoppelt, die das Drehmoment überträgt. Viele Fahrer schätzen an diesen Fahrzeugen die stabile Straßenlage und das gute Handling. Die Modelle kombinieren Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit, auch das ist typisch Porsche.
Vier Baureihen und ein Jahrzehnt, das sie zusammenhält
Der Auftakt der Transaxle-Ära ist zugleich der Start in ein neues Kundensegment. Die Vorgeschichte beginnt mit dem Entwicklungsauftrag EA 425 im Jahr 1972. Als Volkswagen das Projekt 1974 beendet, übernimmt Porsche die Grundlage und führt sie 1976 als eigenen Sportwagen ein. Der 924 wird in Neckarsulm gefertigt und bleibt bis 1988 im Programm.
Der 928 feierte 1977 in Genf Premiere und ist als komfortabler Gran Turismo positioniert. Er übersetzt die Transaxle-Logik konsequent Richtung Langstrecke: mit wassergekühltem V8-Leichtmetallmotor, Aluminiumfahrwerk und Weissach-Hinterachse. Ein Porsche für hohe Geschwindigkeiten mit mehr Komfort und Dynamik, gebaut für lange Strecken.
Der 944 wird in den 1980er-Jahren zum meistgesehenen Porsche innerhalb der Transaxle-Familie. Mit Leistung, Fahrbarkeit und einem Design, das kraftvoll wirkt und die Proportionen klarer betont, schließt er die Lücke zwischen Einstieg und klassischer Sportwagenlinie.
Von 1991 bis 1995 steht der 968 am Ende einer Linie, die über fast zwei Jahrzehnte konsequent weiterentwickelt wird. Sein 3-Liter-Vierzylinder mit 240 PS, 305 Nm und moderner Ventilsteuerung spiegelt die Reife der frühen 1990er-Jahre wider. Er verbindet hohe Leistung mit guter Alltagstauglichkeit und einem ausgewogenen Fahrverhalten.
Design als Spiegel der Zeit
Die Transaxle-Modelle entstehen unter der Leitung von Anatole Lapine, unterstützt von Harm Lagaaji, Wolfgang Möbius und Peter Reisinger. Flache Fronten, Klappscheinwerfer, große Heckklappen und eine klare Linienführung prägen das Design der frühen Fahrzeuge und unterscheiden sie von vielen anderen Sportwagen dieser Zeit. Später wird die Formensprache definierter, die Präsenz steigt, die Familienähnlichkeit im Modellprogramm wächst. Wichtig ist dabei nicht nur das Außen: Auch innen zeigen sie einen Gestaltungswillen, der auf Funktionalität setzt, auf ergonomische Logik und ein Sportwagen-Cockpit, das den Fahrer führt. Alles wirkt aufgeräumt, fokussiert und trotzdem offen für Individualität. Transaxle bleibt klar im Grundriss und lässt dennoch Raum für persönliche Konfigurationen, Farben, Materialien, Details.
Motorsport als Belastungsprobe
Im Motorsport zeigt sich, wie robust ein Konzept unter Dauerbelastung wirklich ist. Ab 1979 beginnen die Einsätze bei der Rallye Monte Carlo, Safari- und Australien-Rallye. 1980 holt der 924 den Titel in der US-amerikanischen SCCA-Meisterschaft. In Le Mans startet das Werksteam mit dem 924 GTP, wo die Vierzylinder 1980 und 1981 ihre Zuverlässigkeit beweisen. Ab 1981 können Privatteams den 924 Carrera GTS und den 924 Carrera GTR auf die Strecke bringen. Walter Röhrl pilotiert unter anderem ein besonderes Rallye Derivat hiervon in der Deutschen Rallyemeisterschaft.
Ein Themenjahr in Bewegung
Die Transaxle-Modelle erzählen von einer Phase, in der Porsche bewusst neue Wege ging. Porsche Heritage und Museum beleuchtet mit seinem modernen Pop-up-Konzept eine längst vergangene Zeit aus dem Heute neu. Dabei greifen die Inszenierungen den Geist der 1980er-Jahre als kulturellen Kontext auf. Informationen nicht nur zur Pop-up-Tour, sondern auch zu den Themen-Wochenenden „Transaxle Meet“, finden Interessierte und Fans auf der Webseite des Porsche Museums sowie auf dem Instagramkanal @porsche.museum. Das erste Aktivitäten-Wochenende „Transaxle Meet – Spring Edition“ findet am 23. und 24. Mai 2026 statt. In der Ausstellung geben Kuratorentalks Einblicke in die Technik, die Gestaltung und den historischen Kontext der Transaxle-Ära. Auch außerhalb der klassischen Ausstellung wird das Thema sichtbar: Auf dem Logistikhof entsteht ein Fotopunkt mit Graffiti-Kunst. Ein Schnellzeichner porträtiert Transaxle-Modelle mit wenigen Strichen und dem Blick für die entscheidenden Linien. Ein 924 Carrera GT und der 924 GTP „Le Mans“ ergänzen das Programm auf dem Vorplatz. Für Mitglieder von Porsche Clubs ist der Eintritt frei.
Übersicht Transaxle-Termine im Porsche Museum
Pop up Inszenierung 944 und 968: 25.08.2026 – 04.10.2026
„Transaxle Meet – Fall Edition“: 03. und 04.10. 2026
Pop up Inszenierung 928: 24.11.2026 – 17.01.2027
„Transaxle Meet – Winter Edition“: 12. und 13.12.2026
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