35 Jahre Multivan T3: Multivariabler Allrounder war erstmals Pkw, Van und Camper zugleich

• Neuland: Multivan definierte als Crossover aus Pkw, Van und Camper das Familien- und Freizeitauto völlig neu
• Erfolgsbaustein: Multivan schloss vor 35 Jahren die Lücke zwischen dem T3 als Camper (Joker) und Bus (Caravelle)
• Maximale Vielfalt: 2020 bietet Volkswagen Nutzfahrzeuge den Multivan 6.1 in neun verschiedenen Versionen an

Eines der vielseitigsten Automobile wird 35: der Multivan von Volkswagen Nutzfahrzeuge. Ein Crossover aus Pkw, Van und Camper – multivariabel, Multivan. 1985 präsentierte Volkswagen ihn als Weltpremiere auf dem Caravan-Salon in Essen auf der Basis des T3. Der Multivan avancierte schnell zur Ikone der europäischen Vans. Heute, 2020, wird er in neun verschiedenen Versionen als Multivan 6.1 angeboten: vom besonders günstigen Multivan 6.1 „Family“ bis hin zum hochkarätigen Multivan 6.1 „Exclusive“. Doch auch ihre Geschichte beginnt vor 35 Jahren im Ruhrgebiet auf der schon damals größten Camper-Messe der Welt.

Herbst 1985: Volkswagen präsentiert im Ruhrgebiet auf dem Caravan-Salon ein neues T3-Modell – den Multivan. Er bereichert die T-Baureihe um eine ganz eigene, neue Art der Mobilität. Ein Crossover, in dem Volkswagen das Beste aus drei Welten vereint: die Fahreigenschaften und Dimensionen eines Pkw, das Raumangebot eines Vans und die Vielseitigkeit eines kompakten Campers. Damit ist der Multivan eines der ersten Fahrzeuge, das perfekt mit dem automobilen Alltag jeder Familie kompatibel ist, gleichzeitig aber jede Menge Raum sowie die Variabilität für alle denkbaren Reise- und Freizeitaktivitäten bietet.

Entwicklungsgeschichte: Marketing- und Vertriebsexperten von Volkswagen in Hannover hatten Anfang der 80er Jahre festgestellt, dass der T3 inzwischen vermehrt auch als privater Allrounder gefahren wurde. Denn dank seiner enormen Vielseitigkeit ersetzte die dritte Generation des Transporters in vielen Familien und bei sportlichen Menschen wie Surfern die oft nur wenig kürzeren aber innen stets deutlich kleineren Pkw als das zeitgemäßere Multitalent.

Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre konnten die Kunden zwar einen normalen T3 dank des modular aufgebauten Einrichtungsprogramms „Mosaik-Joker“ nachträglich mit Camper-Bauteilen wie Schränken und einem Klappbett nachrüsten und besserverdienende Campingfreunde gleich auf das kompakte Reisemobil „Joker“ von Westfalia zurückgreifen. Nun aber hatte man zusätzlich das Ziel definiert, eine ebenso moderne wie alltagstaugliche Pkw-Einrichtung zu entwickeln, mit der die Lücke zwischen dem „Joker“ und dem bis zu achtsitzigen Volkswagen Bus „Caravelle“ geschlossen werden sollte. Das gemeinsame Ergebnis von Volkswagen und Westfalia waren drei unterschiedliche Konzepte: Eines mit flachem Schrank links im Heck, eines mit zwei ausbau- und klappbaren Einzelsitzen im Fond sowie eines mit einem fest eingebauten Sitz im Fond plus einer Kühlbox. Allen gemein: eine Rücksitzbank im Heck, die sich zu einer Liegefläche umklappen ließ. Volkswagen favorisierte die Varianten mit zwei Einzelsitzen sowie mit einem Einzelsitz und Kühlbox. Es war die konzeptionelle Geburtsstunde des Multivan.

Volkswagen beschrieb den neuen Multivan 1985 wie folgt: „Mit seinem hochwertigen Fahrwerk fährt er sich wie ein Pkw und ist handlich wie ein Pkw. Durch seine ideale Bauweise und durchdachte Raumaufteilung hat er jedoch weit mehr Platz. Und die Ausstattung ist sein besonderes Plus: Platz für bis zu 6 Personen, komfortable Sitze mit verstellbaren Sitzen im Fahrerhaus, ein Einzelsitz mit Staufach im Fond, eine Dreier-Sitzbank mit Stauraum, die mit einem Griff zu einer Liege-, Schlaf- oder Sitzfläche wird sowie ein Klapptisch und eine Kühlbox.“ Das Volkswagen Fazit: „Familien-, Reise-, Freizeit-, Hobby-, Schlaf- und Stadtwagen“ in einem. Stimmte.

Vollends zum Kult wurde der Multivan T3 als Sondermodell. 1988 debütierte zuerst der Multivan „Magnum“ mit markanten Doppelscheinwerfern und massiven Stoßfängern im Stil des Caravelle „Carat“. 1989 folgten der „Blue Star“ und „White Star“ – benannt nach ihren Außenfarben. Zur Ausstattung gehörten ein Sportfahrwerk und Leichtmetallräder mit breiten Reifen. Der Frontgrill mit Doppelscheinwerfern sowie die Stoßfänger adaptierte Volkswagen vom „Magnum“. Alle drei Modelle zeigten, wie sportlich, exklusiv und cool ein Van sein kann, der einst auf der Basis eines Transporters entwickelt wurde. Doch genau diese authentische Herkunft macht alle Bulli seit jeher zu ehrlichen Multitalenten, bei denen jedes Detail stets funktional durchdacht sowie glasklar und formvollendet designt sein muss.

1990 lief der Multivan T3 aus. Eigentlich. Denn Volkswagen entschied sich, die Fans 1992 – zwei Jahre nach dem Anlauf des Nachfolgers Multivan T4 – mit einer „Limited Last Edition“ des Multivan T3 zu überraschen. 2.500 exklusive Exemplare entstanden und waren von einem Augenblick auf den anderen verkauft. Sie erhöhten die Produktionszahl des Multivan T3 auf 45.000. Nicht wenige von ihnen existieren noch heute. Die Sondermodelle „Magnum“, „Blue Star“ und „White Star“ wurden bereits mit dem deutschen H-Kennzeichen der Oldtimer geadelt; 2022 zieht auch die „Limited Last Edition“ in diese Automotive Hall of Fame ein. Es wird Zeit, sich ein Exemplar zu sichern.

1985 präsentiert Volkswagen auf der IAA in Frankfurt erstmals das Konzept des Multivan.
So stellte man sich 1985 die Nutzung als Freizeitmobil vor. Mit dem Bulli direkt zum Angeln fahren.
Das neue Innenraumkonzept des Multivan bot mit den gegenüberliegenden Sitzen und dem Klapptisch Lounge-Feeling auf Rädern.
Kennzeichen des Multivan ist eine Rücksitzbank im Heck, die sich zu einer Liegefläche umklappen lässt.
Die Fahrerhaussitze boten serienmäßig Armlehnen zum entspannten Reisen.
Optional waren Einbauschränke für den Multivan erhältlich. In Kombination mit dem optionalen Aufstelldach wurde er so zum Camper.
Mit dem Multivan war man flexibel für die kleinen und großen Ausflüge gerüstet.
Im Frühjahr 1992 lässt Volkswagen mit der Limited Last Edition eine Sonderserie von 2.500 Fahrzeugen im Trim des Blue Star aufleben.

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