20 Mythen und Fakten über den VW Polo, die Sie noch nicht gekannt haben

Der Volkswagen Polo gehört zu den erfolgreichsten Kleinwagen und blickt auf eine lange Modellgeschichte zurück. Hier erfahren Sie mehr über den Polo und 20 Mythen und Fakten, die interessante Einblicke in seine Entwicklung, Technik und Besonderheiten geben.

Der erste Polo war ein Audi

Er wäre sogar beinahe ein NSU gewesen. Neben dem Ro 80 und dem K 70 konzipierte NSU auch einen Nachfolger des Prinz namens K 50. Nach der Übernahme durch Volkswagen firmierte der schon fertig entwickelte K 70 als VW, der noch im Entwicklungsstadium befindliche K 50 ging an Audi, wo man daraus den Audi 50 entwickelte und 1974 auf den Markt brachte. Und ab 1975 dann als den VW Polo.

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Der Polo hätte beinahe Pony geheißen

Tatsächlich wollte man den kleinen VW zu Beginn entweder Mini-Golf oder Pony nennen. Auch Bonito war in der engeren Auswahl. Nachdem die letzten beiden Namen aber von Mitbewerbern urheberrechtlich geschützt waren und Mini-Golf falsche Assoziationen geweckt hätte, entschied man sich für eine andere englische Rasensportart als Namensgeber, um der neuen Nomenklatur treu zu bleiben: Polo.

Der VW Polo löste den Audi 50 ab

Nein. Bis 1978 konnte man beide beim Händler bestellen. Der Polo lief die ersten Jahre als preiswerte Einstiegsvariante des 50, hatte weniger Leistung, eine schlechtere Ausstattung und Anfangs auch nur vier Trommelbremsen. Erst nachdem die neue Konzernführung beschloss, Audi höherwertiger zu positionieren, stellte man die 50er-Produktion ein und erweiterte das Polo-Sortiment um bessere und stärkere Versionen.

Erst nach 20 Jahren hatte der Polo fünf Türen

Stimmt. Die strukturelle Basis der Polos bis 1994 sah nie vor, mehr als zwei Türen zu verbauen. Eine nachträgliche Abänderung der Rohkarosse wäre viel zu teuer gekommen, doch ließ sie genug Gestaltungsmöglichkeiten für drei Varianten zu. So gab es neben dem Schrägheck – später auch als Coupé bekannt – den Kombi namens Steilheck und auch eine Limousine: den Derby.

Es gab einen Polo mit Zweizylinder-Diesel

Jein. Es gab nämlich nur 75 Stück. Der Öko-Polo von 1988 war ein Feldversuch im größeren Stil um herauszufinden, wie sparsam ein Auto mit aktueller Technik sein konnte. Dazu kürzte man den serienmäßigen 1400er-Diesel um zwei Zylinder, verpasste ihm die damals brandneue Direkteinspritzung und den gerade in Entwicklung befindlichen G-Lader. Das Ergebnis: 40 PS, knapp über drei Liter Verbrauch und ein für die Großserie zu harter Motorlauf.

Den Polo Harlekin hätte es nie geben sollen

Richtig. Um die zahlreichen Möglichkeiten der Individualisierung der neuen Polo-Generation 1994 möglichst plastisch darstellen zu können, gestaltete VW eine Werbekampagne mit mehrfärbigen Fahrzeugen. Diese Kampagne kam beim Publikum dermaßen gut an, dass viele diese bunten Polos kaufen wollten. Die gut 3.000 Harlekins entstanden daraufhin in reiner Handarbeit: Erfahrene Monteure nahmen sich fertige Fahrzeuge vom Fließband, zerlegten diese und montierten in einer externen Halle die Anbauteile nach strikter Vorgabe in vier Varianten neu: Fertig war der Harlekin!

Es gab eine Polo Limousine

Stimmt, und das unter zahlreichen Namen. Den Anfang machte die erste Ausführung namens Derby von 1977, die 1985 in zweiter Generation unter Polo Classic vermarktet wurde. Ab 1990 gab es diese Variante nicht mehr in Österreich, den Nachfolger ab 1994 konnte man dafür wieder als Classic erwerben. Ab 2003 werden Stufenheck-Polos nur mehr in Übersee produziert, zum Beispiel in Brasilien oder Moskau. In Indien erhielt dieses Modell sogar einen legendären Namen: Vento. Seit 2022 firmiert sie in Indien und Brasilien unter dem Namen Virtus.

Die frühen Polo hatten kaum Extras

Bis zum großen Modellwechsel 1994 war die Anzahl der Optionen tatsächlich überschaubar. Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber oder Klimaanlage konnten erst ab der dritten Generation geordert werden. Vorher gab es nicht einmal für das Topmodell mehr als fünf Elemente zum dazubestellen: geteilt umlegbare Rücksitzbanklehne, Nebelscheinwerfer, Schiebedach, Metallic-Lack und Kindersitze.

Es gab einen Polo Cup

Es gab und gibt sogar mehrere: Den Anfang machte der „Wintershall VW Polo Cup“, der von 1986 bis 1989 als Rahmenprogramm der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft mit den ersten Polo G40 ausgetragen wurde. Als Neubeginn der Markenpokal-Idee fungierte ab 2004 der „ADAC Volkswagen Polo Cup“, der in Deutschland bis 2009 mit weitgehend serienmäßigen 150 PS starken Polos ausgetragen wurde. In Südafrika läuft der „Volkswagen Polo Cup South Africa“ übrigens heute noch, ebenso der in Indien ausgerichtete „MMSC Volkswagen Polo Championship“. Von 2005 bis 2006 ging man in der Türkei im „Polo Ladies Cup“ ebenso auf die Rennstrecke wie von 2012 bis 2017 im „Polo Cup China“.

Der Polo war einmal Weltmeister

Nicht nur einmal, sondern öfter als jeder andere. In der FIA Rallyeweltmeisterschaft (WRC) konnte VW Racing mit dem Polo R WRC insgesamt zwölf Titel einfahren: jeweils vier in der Fahrer-, Beifahrer- und  Hersteller-Wertung. Oder anders ausgedrückt: Von 2013 bis 2016 konnten 640 Bestzeiten, 52 Rallyes, 51 Powerstages und 958 Wertungsprüfungen herausgefahren werden, was den Polo R ganz nebenbei zum erfolgreichsten Rallyeauto aller Zeiten macht.

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Der Polo hatte einen Kompressormotor

Ja, und zwar einen sogenannten Scrollverdichter, dessen Bauform mit den zwei ineinandergreifenden Sprialen einem „G“ ähnelt und den Namen ergibt: G-Lader. Der über einen Keilriemen angetriebene Lader hat einen spiralförmigen Verdränger, der über eine Exzenterwelle in einem ebenfalls spiralförmigen Gehäuse läuft und somit die Ansaugluft komprimiert. Anfangs nur für den Motorsport vorgesehen, gab es zu Beginn 1987 eine Sonderserie von 500 Stück. Der große Erfolg ließ Volkswagen weitere 1.500 Stück auflegen, wovon alleine 500 nach Frankreich gingen. Ab 1990 wurde der Polo G40 dann in das Serienprogramm aufgenommen.

Der Polo hielt einmal einen Weltrekord

Ja, und zwar den für die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit in 24 Stunden. Drei leicht modifizierte Polo G40 gingen auf dem VW-Testgelände in Ehra-Lessin an den Start, auf der 8,7 Kilometer langen Kreisbahn konnte mit 208,1 km/h die alte Bestmarke sogar um 39,5 km/h verbessert werden. Mit an Bord: eine Kiste mit Ersatzteilen. Laut Reglement ist es Mechanikern verboten, bei Defekten Hand anzulegen. So hätten die Fahrer sich selbst helfen müssen.

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Es gab einen Geländepolo

Zumindest ansatzweise. Der CossPolo von 2006 verfügte über eine robuste Radlaufbeplankung, Unterfahrschutz vorne wie hinten, große 17-Roll-Aluräder und eine Fahrwerkshöherlegung. Das Modell war so erfolgreich, dass es auch in der fünften Polo-Generation erneut auf den Markt kam. Die Eckdaten waren weitgehend gleich, jedoch änderte sich der Name von CrossPolo auf Polo Cross. Der große Verkaufserfolg führte schließlich zu einem eigenständigen Modell, dem Mini-SUV T-Cross.

Der Polo war ein Drei-Liter-Auto

Ja, und das mehrfach. Den Anfang machte der erste BlueMotion aus 2006, der dank simpler Maßnahmen wie längerer Übersetzung, Drosselung der Motorleistung der Dreizylinder-TDI oder optimierter Aerodynamik es auf 3,8 Liter Diesel Verbrauch im Schnitt brachte. Beim Nachfolgemodell von 2009 erreichte man sogar 3,3 Liter, unter anderem dank Maßnahmen wie der Start-Stopp-Automatik.

Der Polo ist waschechter Spanier

Das war er, für sehr lange Zeit. Zu Beginn wurde der kleine Volkswagen ausschließlich in Wolfsburg montiert. Im März 1984 startete man zusätzlich im Rahmen einer Kooperation die Produktion im spanischen Seat-Werk Pamplona, das nach der Komplettübernahme 1986 erst offiziell ein Volkswagenwerk wurde. Erst im Juli 2024 lief die Produktion des Polo dort aus, seither kommen alle Exemplare für Europa aus Südafrika.

Der Polo wurde in der DDR montiert

Stimmt tatsächlich. Von Mai 1990 bis September 1991 rollte der Polo in Mosel – damals noch kein Stadtteil von Zwickau – vom Band. Zu jener Zeit handelte es sich noch um DDR-Staatsgebiet und die Firma lief unter dem Namen IFA-Kombinat. Der Industrieverband Fahrzeugbau fertigte unter anderem den Trabant – zum Schluss ebenfalls mit Polo-Motoren. Am 26. September 1990 übernahm VW das Werk und benannte es auf „Volkswagenwerk Zwickau“ um, und da die DDR erst am 3. Oktober 1990 in der Bundesrepublik Deutschland aufging, wurde der Polo somit tatsächlich in der DDR montiert.

Den Polo Typ 86C hätte es nicht so lange geben sollen

Tatsächlich wurde die zweite Generation des Polo in all ihren Ausführungen und Überarbeitungen länger gebaut als der Vorgänger und der Nachfolger zusammen – nämlich 13 Jahre. Der Grund dafür: die anhaltend hohe Beliebtheit. Tatsächlich plante Volkswagen, den dritten Polo, Typ 6N, schon früher einzuführen als erst 1994. Diese Pläne wurden aufgrund der verkauften Stückzahlen, die sich nach Ankündigung des Modellwechsels sogar noch einmal steigerten, aber verschoben. Strenger werdende Sicherheits- und Abgasauflagen machten eine Ablöse dann aber unausweichlich.

Es gab einen Rabbit-Ableger vom Polo

Ja, und zwar ausschließlich in Österreich. Um an die Erfolge des Rabbit anzuschließen, lancierte Porsche Austria in den frühen 1980er-Jahren den Polo Bunny mit 40, den Super Bunny sogar mit 50 PS. Sie basierten entweder auf den Ausstattungen C oder CL und verfolgten das Rabbit-Konzept, eine solide Ausstattung zu einem attraktiven Preis anbieten zu können. Aufgrund der Ähnlichkeit mit den Protagonistinnen eines internationalen Herrenmagazins liefen diese Sondermodelle aber nach wenigen Jahren aus. Nachfolger wurde der ähnlich konzipierte McPolo.

Ein Sondermodell inspirierte eine gesamte Baureihe

Stimmt, und zwar der Polo Fox. Ähnlich wie der Bunny sollte auch der Fox ab 1984 all jene ansprechen, die bislang zum Käfer griffen und vor allem simple Basismotorisierung suchten. Die Leistung war mit 39 PS aus einem Liter Hubraum auch nahe am Krabbeltier dran, zudem gab es lediglich vier Gänge und nicht einmal eine Uhr, einen Tageskilometerzähler oder einen Handschuhfachdeckel. So konnten aber ein weit über 10.000 Schilling reduzierter Verkaufspreis erzielt werden. Die Idee des „schlauen Fuchses“ als Einstieg in die VW-Welt setzte man 2005 fort und lancierte unterhalb des Polo ein eigenständiges Modell: den VW Fox.

Der stärkste Polo ist der GTI

Fast, denn 2012 gab es eine auf 2.500 Stück limitierte Sonderserie namens Polo R WRC Street. Dieses Homologationsmodell für den Motorsport hatte dank des Antriebsstrangs aus dem Golf GTI 220 PS und ein Drehmoment von 350 Newtonmetern, die ihn in nur 6,4 Sekunden von Null auf 100 km/h beschleunigen lässt. Dazu rüstete VW den Wagen mit Sperrdifferenzial, Sportfahrwerk, 18-Zoll-Alurädern und Bi-Xenon-Scheinwerfern aus. Eine Folierung des ausschließlich in Weiß erhältlichen WRC in den Hausfarben von VW Racing gab es als optischen Leckerbissen noch zusätzlich.

VW Polo 1.0 TSI DSG, 70 kW (95 PS) – Kraftstoffverbrauch: kombiniert 5,4-6,1 l/100 km; CO₂-Emissionen: kombiniert 122-139 g/km

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